Donnerstag, 9. Juni 2011

Feulner geht, aber Kader schon komplett?



Ja, die Sommerpause ist schon eine langweilige Zeit. Seit Tagen weiß ich nichts spektakulär Tolles zu schreiben. Könnte aber auch mit allerhand anderen Dingen zu tun haben, die mich zurzeit beschäftigen. Aber lassen wir das besser.

Eine Neuigkeit, oder besser gesagt, ein paar wenige Neuigkeiten haben mich dann doch aufgeschreckt und mich hier zum Schreiben animiert. So wechselt unser Markus Feulner zur neuen Saison zum Club. Zum richtigen Clubb mit einer richtigen Ablösesumme. Diese ist zwar mit nur 250.000 Talern nicht gerade üppig, aber immerhin kann der junge Mann damit von unserer Gehaltsliste gestrichen werden. Und das ist ja auch was wert, zumal sein Berater damals einen gut dotierten Vertrag ausgehandelt haben soll. Bevor ichs vergesse: Natürlich darf man ihm bei seinem neuen Arbeitgeber alles Gute dieser Erde wünschen. Schließlich hat er sich nichts zu schulden kommen lassen und keinen Ärger produziert ob seines Bankdrückerdaseins. Sonderlich positiv ist er allerdings auch nicht gerade aufgefallen. Eher so der Typ Mitläufer und daher völlig folgerichtig sein Wechsel zur neuen Saison.

Wobei das jetzt negativer klingt als es gemeint ist. Denn die Spieler Nummer 12-18 gehören eben auch zum Kader und sind dafür da, bei einer Verletzung in die Bresche zu springen und unter der Woche Druck auf die erste Elf aufzubauen. Das hat bei unserer Mannschaft scheinbar blendend funktioniert, haben doch grundsätzlich immer die selben Elf von Beginn an gespielt. Insofern dürfen meine Aussagen in kein zu schlechtes Licht gerückt werden.

Für ungleich größere Irritationen sorgte bei mir die Ankündigung von Watzke, die Transferaktivitäten seien mit den bisher getätigten Transfers abgeschlossen, es sei denn, es trete eine „Verletzungsproblematik“ ein. Bei den Neuzugängen dürfen wir jedenfalls bisher die Herren Leitner, Löwe, Perisic, Koch und Gündogan begrüßen.

Aber reicht das wirklich aus, um in der Champions League konkurrenzfähig mitspielen zu können? Nicht jeder No Name wird so einschlagen wie Kagawa. Zudem wird es mal wieder eine lange Saison mit gefühlten 37 englischen Wochen geben, in der auch Klopp mal rotieren muss. Ebenso kann man nicht erwarten, dass alle Jungs, die in dieser Saison über sich hinaus gewachsen sind, dies auch selbstverständlich in der nächsten so umsetzen werden. Gerade jungen Spielern muss man einfach auch mal ne Schwächeperiode zugestehen. Gerade hier könnte die (zu)junge Mischung in unserem Kader zum Problem werden. Bis auf Kehl, Weidenfeller und Owomoyela sind fast ausschließlich Jungspunde bei uns unterwegs. Ich hoffe, das rächt sich nicht, wenns in einigen Monaten um die Wurst gehen sollte.
Insgesamt sollte man daher darüber nachdenken, den einen oder anderen zu holen, der auch Erfahrung in der Champions League vorweisen kann. Dies würde den Konkurrenzkampf weiter anheizen und die jungen Spieler unter uns hätten jemanden, der die Linie vorgibt, wenns brenzlig wird. Ich erinnere mich da gerade an die Partien in Paris und Sevilla aus dem letzten Jahr. Vielleicht steht aber auch Susi am Spielfeldrand und erzählt von 1997. 

Dienstag, 24. Mai 2011

Total daneben



Die Feierlichkeiten bezüglich der 7. Deutschen Meisterschaft scheinen sich langsam dem Ende entgegen zu neigen. Und ich hab aus privaten Gründen quasi alles verpasst. Krankenhausbesuche, Geburtstagsfeierlichkeiten und ein toller Job machens möglich. Naja, wenigstens gabs dann das neue Meisterbuch. So als Erinnerung, was eigentlich die letzte Woche so alles geschehen ist. Viele Berichte habe ich natürlich auch gelesen. Aber erst im Nachhinein, weil ich erst jetzt so langsam begreife, was die Jungs da auf dem Rasen die letzten 12 Monate aufs Parkett gezaubert haben. Und wie sie sich selbst und uns belohnt haben.

Aber zurück zum Lesen. Über einen Bericht bin ich dann doch gestolpert. Es ging um den Platzsturm nach dem Frankfurt-Spiel. Und die chaotischen Fans, die ihn durchgeführt haben. Klar, spätestens nach den Vorkommnissen bei der Loveparade sollte man für Panik und Gedränge die nötige Sensibilität mitbringen. Und auch die Platzstürme bei den letzten Feierlichkeiten können hier nicht als Argument dienlich sein.

Doch man kann es auch übertreiben. Da wird sofort die Anti-Fan Keule rausgeholt. Von Unverbesserlichen ist im Bericht die Rede, die die Feier platzen ließen. Das geht eindeutig zu weit. Welche Feier ist denn da geplatzt? Und von welchen Idioten ist denn da die Rede? Die, die da den verdienten Meistertitel mit den Spielern feiern? Friedlich versteht sich.

Zu keinem Zeitpunkt war jemand ernsthaft in Gefahr. Die Gefahr entstand höchstens dadurch, dass die Ordner ihre Sperre nicht aufgeben wollten vor dem Hintergrund, dass der Druck von der Süd immer größer wurde. Dass dabei ein Ordner scheinbar niedergestreckt wurde, ist natürlich nicht zu legitimieren. Teilweise waren die entstandenen Probleme auf dem Rasen nach Spielende teilweise hausgemacht.

Eine große Gefahr bestand nach meinem Dafürhalten jedenfalls nicht. Auch wenn Einige durchgedreht und die Spieler „umgerannt“ hätten, wären genug Ordner und Polizei zum Einschreiten in der Nähe gewesen. Schließlich hätte man den Platzsturm durch geregeltes Öffnen der Tore regulieren und steuern können.

Stattdessen wollte man hier scheinbar auf Teufel komm raus ne Story über Gewalt haben. Gab es doch im Vornherein genug „Hoffnung“, dass es für die schreibende Zunft ala Bild ein großartiger Tag werden würde. Nur leider spielten da die Frankfurter, bis auf ein bisschen Pyro und dem alltäglichen Ärger mit den Grünen, nicht mit. Also sah man sich wohl auf der gelben Seite um. Und irgendwas musste doch zu finden sein. Und siehe da, dieser gemein gefährliche Platzsturm schien da gerade recht.
à Ironie aus.

Liebe Ruhrnachrichten: Ihr seid ein zumindest ordentliches Medium. Aber dieser Bericht war leider vollkommen neben der Spur. Wir Fans können nur hoffen, dass das ein Ausrutscher war. Kann ja mal passieren.

Samstag, 14. Mai 2011

Die vertane Chance



Seit Montag herrscht im widerlichen Medienwirrwarr endlich Klarheit darüber, was eigentlich schon seit Wochen festzustehen scheint. Nuris Wechsel zu den Galaktischen, zu Real Madrid! Und die Meinungen dazu scheinen weit auseinanderzugehen, wenn man sich die meinungsbildenden Webseiten in Dortmund und Umgebung anliest. Hin und hergerissen habe ich diese Woche verbracht, seitdem ich Montag um 12.30 Uhr den Ticker verfolgt habe. Auf der einen Seite Nuris Worte, die sich anhören wie bei jedem anderen Profi, der einen Vereinswechsel bekannt gibt und ein Pfeifkonzert vermeiden will. Auf der anderen Seite ist er ein Dortmunder Junge, einer von uns, der die (vermeintlich) einmalige Chance erhält, bei einem ganz großen Club unsere Fahne hochzuhalten.

Übrig bleibt jedenfalls eine gewisse Ernüchterung, dass dieses Team doch nicht in Gänze zusammenbleibt und dass der angebliche Schwur innerhalb der Mannschaft eben doch nicht die Gesetzmäßigkeiten des Fußballgeschäfts auszuhebeln imstande ist. Bis Montag Mittag wollte ich nicht wahrhaben, dass unser Junge nach so einer Saison einfach geht, uns den Rücken zuwendet. Was in seinem Herz ist, sei mal dahingestellt. Und dann, nachdem der Ticker wieder funktionierte, die trockene Wahrheit. Es war wohl meiner Naivität geschuldet, anzunehmen, dass sich Nuri für einen so großen und glanzvollen Club entscheidet. Und stattdessen zu Real geht. Die fixe Ablöse im Vertrag hat sich hier als Gold wert im wahrsten Sinne des Wortes herausgestellt.

Und es ist so schade. Ob Nuri weiß, was er hier für eine Chance verspielt? Er hätte hier zur Legende werden können, als Kapitän so eine Mannschaft wie diese in die Champions League zu begleiten, sie als Spielführer in die ganz großen Stadien Europas zu führen. Er hätte, wie viele andere es noch werden, Geschichte schreiben können. Jeder hätte sich in 50 Jahren noch an ihn erinnert in Dortmund. In einer Liga mit den ganz großen im Ballspielverein. Ob Nuri weiß, was er sich damit nimmt? Reich ist er schon, ums Geld kanns nicht mehr gehen. Aber diese Ehre und dieser Ruhm ist viel mehr wert. Einfach deshalb, weil solche Werte mit Geld nicht aufzuwiegen sind. In Madrid wird er nur einer von vielen sein. Ein kleines Rad in der Historie. Hier beim BVB hätte er das ganz große Rad drehen können, nur 6 Jahre nach der Fast-Pleite. Aber das hat ihm sein Spielerberater wohl nicht erzählt. Nun ja, was solls.

Zu hoffen bleibt nur, dass er diesen Schritt nicht bereut. In ein paar Jahren hätte er immer noch diesen Schritt machen können, zu einem der ganz großen zu gehen. Niemand hätte was gesagt. Spätestens 2014 wird diese Mannschaft eh ein ganz anderes Gesicht haben. So bleibt zumindest ein fader Beigeschmack. Denn in dieser Zeit solch eine scheißgeile Truppe zu verlassen, das muss man nicht verstehen. Und das dann noch so kurz vor dem letzten Spieltag bekannt zu geben, das kann einem schon mal die Laune verderben. Denn dieser Weggang ist schon geeignet, mehr als der berühmte Wermutstropfen zu sein. Zumindest bei mir will sich das absolute Partyfeeling nicht so recht einstellen. Ein anderer Zeitpunkt, nämlich etwas früher, wäre durchaus angebracht gewesen.

Trotzdem würde ich niemals pfeifen, wenn ich für Samstag ne Karte bekommen hätte und live im Stadion dabei sein könnte. Denn das hat er nicht verdient. Er hat uns mit seinem Spiel viele tolle und unvergessliche Momente beschert. Er hatte großen, in einer über sich hinauswachsenden Mannschaft überdurchschnittlichen Anteil am Erfolg, am Gewinn der deutschen Meisterschaft. Das darf man einfach nicht vergessen. Und Vertrag ist nun mal Vertrag. Es ist kein erzwungener Wechsel. Auch das sollte man beachten.

Wenn ich im Stadion wäre, ich würde für Dede sicher mehr als nur eine Träne verdrücken. Für Nuri würde ich einfach brav und anstandshalber applaudieren.

Freitag, 6. Mai 2011

[GE] nervt


 
Man man man. Dieses Theater um den möglichen Wechsel Nuris in die weite Welt nervt mich doch sehr. Daher auch der kleine Bericht darüber. Eigentlich sollte in diesen Tagen alles, aber wirklich alles Friede, Freude, Eierkuchen sein. Aber irgendwie, ich kanns mir nicht erklären, ist es einfach nicht perfekt. Und nein, das meine ich nicht privat. Es läuft alles. Und die Borussia hat gerade meisterliches geleistet. Im wahrsten Sinne des Wortes. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass die Meisterschaft noch nicht so wirklich verdaut bzw. realisiert ist. (Siehe den Beitrag unten)

Und jetzt kommt so ein scheiß Theater daher und verhindert das absolute Schweben in der Glückseligkeit. Dass dieses Team niemals genau so bis 2014 zusammen bleiben wird ist klar. Verträge werden ja heute auch nur deswegen so lange gemacht, um ein Jahr vorher noch ne feine Ablöse zu kassieren. Komische Sache, wenn man mal näher darüber nachdenkt. Aber irgendwie muss das doch alles nicht gerade jetzt sein. Hätte das ganze „Geht er, und wenn ja, wohin?“ nicht noch ein bisschen Zeit gehabt? So bis übernächstes Jahr vielleicht. Da wäre Madrid auch noch in Spanien und man würde sie auch noch „die Galaktischen“ schimpfen. Mit ganz erdischem Protest nun…

Es wäre einfach schön, wenn man für Klarheit sorgen würde. Und zwar von allen Seiten. Einfach mal naiv ehrlich sein und sagen was Sache ist. Ist doch eigentlich gar nicht so schwer. Zumindest nicht in meiner eigenen Kinderwelt. Stattdessen geht das Theater in den Gazetten weiter und zieht immer weitere Kreise. Da mutiert Lucas zu Nuris Pressereferent und sein Berater taucht mal kurz ab. Zorc und Kloppo sind nur noch genervt und seine Kollegen trauern ihm schon hinterher, obwohl er noch gar nicht weg ist und ein hoffnungsvoller Ersatz schon verpflichtet wurde. Im Übrigen, herzlich willkommen, Ilkay!

Immerhin ist Ende der Woche Licht in Sicht. Denn dann soll ein Treffen und wohl auch eine Entscheidung bekannt gegeben werden. Endlich, denn dieses Treffen findet nur auf Grund großen Drucks seitens der Medien statt. Dies war aber abzusehen. Und man hätte es längst voraussehen können. Wenn ein Club wie Real einen Spieler will, bleibt das nunmal nicht lange geheim. Da muss man schon kommunikativ tätig werden, um ein Theater wie dieses zu umschiffen. Wenigstens ist diese Personalie bald vom Tisch. Egal, wie es ausgeht, wird wenigstens die große Meisterfeier nicht durch diese Spekulationen gefährdet. Denn mir hats wenigstens minimal die letzten Tage die Laune verdorben. Oder es liegt an der schweren Kost namens Meisterschaft.




Dienstag, 3. Mai 2011

Am Ziel; und keiner konnt uns halten!



Jetzt ist es schon Montag Abend. Aber das Gefühl, dass wir es tatsächlich geschafft haben will sich einfach nicht einstellen. Der Alkohol ist abgebaut, die Stimme beginnt sich allmählich zu erholen. Aber dieser Titel ist nicht, noch nicht realisiert. Samstag auf der Süd in Block 81 schon gar nicht. Wie in Trance, wie auf Droge stand man da und checkte nischt, aber rein gar nischt.

Was soll man groß über das Spiel schreiben? Total unwichtig! Wir dominieren die Partie, gehen nach einer guten halben Stunde durch einen Abstauber von Lucas in Führung. Danke Lucas für diesen Befreiungsschlag. Man konnte einige Steine vom Herzen fallen hören. Wir scheinen unsere Hausaufgaben zu machen. Als Robert mit einem schönen Lupfer das 2:0 macht, ist der Käse schon vor der Halbzeit gegessen. Hier brennt definitiv nichts mehr an, da Nürnberg wider Erwarten „brutal“ ungefährlich ist. Nichts als lange Bälle aus dem Halbfeld. Ein Geschenk für die Herren Hummels und Subotic.

Derweil schielen alle Augen nach Köln, die Stadt, in der es zuletzt hitzige Duelle gab. Sollen ausgerechnet die Warmen vom Rhein uns zum Meister machen? Es ist wohl eher Eigennutz, dass Köln etwas glücklich ne Bude macht. Aber unser WS kocht, als der erste Zwischenstand durchgegeben wird. Schon Sekunden vorher war der große Jubel auf den Seitentribünen zu sehen und die Gänsehaut stieg, bis Nobby die schöne Klarheit brachte.

Nach dem neuerlichen Zwischenstand war schnell klar, dass hier nichts mehr schiefgeht. Also Das absolute Gegenteil von letzter Woche am Niederrhein. Entsprechend der frenetische Jubel in Dortmund. Schon vor Abpfiff scheinen alle Dämme zu brechen. Wobei das stark übertrieben ist. Ein paar steigen auf den Zaun. Das ist natürlich tragisch und das Spiel droht abgebrochen zu werden. Nein, nicht wirklich. Aber Ordner positionieren sich und sorgen für einen gesitteten Abpfiff.

Bei Schlusspfiff brechen dann Dämme der Ekstase. Mehr als eine Stunde feiern Team und Trainerstab vor der Süd. Einfach nur schön anzusehen, wie sich die Jungs freuen. Haare werden rasiert und reichlich Bierduschen verteilt. Danach verlagern sich die Feierlichkeiten in die Busse, die Innenstadt oder diverse Discos.

Spät Abends kommt auch unsere Delegation zu Hause an. Noch die Polizei wegen nem schweren Autounfall benachrichtigt, fällt man liebestrunken ins Bett.

Aber zu fassen ist mir dieser Titel noch lange nicht. Dafür habe ich die Gedanken, dass wir es schaffen könnten, viel zu lange vor mich hergeschoben und verdrängt. Ich sollte jemand ranlassen, der sich mit sowas auskennt. Und jetzt kommt alles so „plötzlich“. Obwohl wir schon recht lange ganz oben an der Sonne stehen. Vielleicht ist es auch nur Selbstschutz für den Fall, dass es doch noch daneben geht oder absoluter Pessimismus, den der gemeine Deutsche mit sich herumträgt.

Jedenfalls ist jetzt Montag Abend und das Meistergefühl ist irgendwie anders als bei den letzten Titeln, die ich live erlebt habe. Wie ich jedoch festgestellt habe, geht mir das aber nicht allein so. Und das ist dann doch irgendwie beruhigend. Fortsetzung folgt.