Donnerstag, 4. August 2011

Special Moments



Nach längerer Abstinenz wollte ich auch mal wieder ein Lebenszeichen an die Internetgemeinde absenden. Nein ich war nicht auf den Malediven und auch nicht bis jetzt im Meisterschaftsrausch. Ein Umzug mit den dazugehörigen Problemen war im Weg und hat dazu geführt, dass einfach keine Zeit blieb, diesen Blog mit Leben zu füllen.

An dieser Stelle wollte ich auch nur kurz den Blick zurückwerfen auf letzte Saison und hier insbesondere auf spezielle Augenblicke, die sich in mein Hirn gebrannt haben und seit dem Zeitpunkt des Geschehens nicht wieder entweichen wollen. Die genannten Szenen sollen nur symbolisch für eine Saison stehen, die so viele Momente für uns Dortmunder bereithielt, dass man hier seitenweise, ja eigentlich von jedem Spiel etwas Besonderes zum Besten geben könnte.

Paris-BVB: Schon das Hinspiel mit den 3 (4?) Gästeblöcken bot Anlass für Schreibstoff und Kurioses. Doch das Rückspiel setzte nochmal eins drauf. Mehr als 9000 Borussen tauchten die Stadt der Liebe (Einige nahmen das wörtlich) in die richtigen Farben. Ein Sieg musste her, um das Weiterkommen nicht fast unmöglich werden zu lassen. Und sie kämpften bis zur letzten Minute. Und dann kam sie, die letzte Minute. Und Robert vergab die 1000%ige Chance, das Stadion zum Beben zu bringen. Diese Szene verfolgte mich wirklich nächtelang. Denn diese Punkte haben letztlich gefehlt fürs Weiterkommen. Und wer weiß, wo wir noch gelandet wären bei einem Weiterkommen in der Gruppenphase?

Sev-BVB: Hier gibt es grds. nur negative Erlebnisse zu berichten. Die Krawalle, die von der Polizei angezettelt wurden, werden wohl nicht nur mir und insbesondere den Frauen und Familien im Hinterkopf verweilen. Zu krass und intensiv waren die Momente vor dem Spiel vor dem Block. Prügelnde Polizisten, die ihre Pferde nicht im Griff hatten, ein Bauzaun als vermeintlicher Eingang für 3000 Gästefans, wahllos Festgenommene, die nach dem Spiel folternd in eine Zelle wandern durften und den Rückflug verpassten. (welch Zufall…)Man war schockiert, als man nach der Ankunft in der Heimat von dem wahren Ausmaß des Ganzen erfuhr. Hier nochmal der Dank an alle, die fleißig ein paar € gespendet haben. Gute Aktion!

Lev-BVB: Was haben die Medien vor diesem Spiel spekuliert: Von einem Einbruch war die Rede, die Punkte den Rheinländern schon fest zugeschrieben. Und dann das: Mit beeindruckender spielerischer Leichtigkeit überzeugten die Schwarzgelben und schossen die Pillen binnen weniger Minuten regelrecht ab. Der entsprechende Jubel von Großkreutz ließ erahnen, welch Steine da abgefallen sein mussten.

FCB-BVB: Auch hier das gleiche Bild. Niemand rechnete mit etwas Zählbarem. Schon seit Jahren (Jahrzehnten)konnte in München kein Blumentopf gewonnen werden. Doch spätestens mit Hummels Kopfballtreffer war die Sache gelaufen und der BVB nahm nun auch das berühmte M-Wort in den Mund.

BVB-Hannover: Dieses Solo von Götze. Es erinnerte irgendwie an den Stil eines Messi. Wie er in dieser Situation gleich die ganze Abwehr wie Fahnenstangen aussehen lässt und die Kugel dann noch am verdutzten Torwart vorbeischiebt. Das war schon extraklasse. Aber noch wichtiger war, dass mit diesem Tor ein Ruck durch die Mannschaft ging, das Spiel gedreht und die Punkte eingeheimst werden konnten.

BVB-Nürnberg: Ich denke, da braucht man nicht viele Worte zu verlieren.

Das Gleiche erspare ich mir für die Feierlichkeiten und für Dedes und Nuris Abschied. Das werden eh Momente sein, die man als Fan wohl niemals vergisst.


Montag, 27. Juni 2011

Ein Dank an „Hamburg Schwarz Gelb“

Zurzeit bin ich ziemlich beschäftigt und zwar mit allem, nur nicht mit Fußball. Und da bleibt auch das Bloggen auf der Strecke. Ein Umzug, ein Autounfall und der übliche Stress machens möglich. Und kaum lese ich ein paar Tage (nein, ich lüge, denn es sind ein paar Wochen)keine News rund um den BVB und die dazu gehörige Bloggerlandschaft, erschlägt es einen plötzlich, wie wenn jemand den Gummihammer rausholt und mal so richtig Gas gibt.

Hat der Marc doch einfach seinen Blog zugemacht. Ohne vorherige Ankündigung, einfach aus dem Nichts. Das ist natürlich sein gutes Recht und obwohl er es nicht müsste begründet er seinen Schritt noch dazu. Nachvollziehbar? Das spielt denke ich keine Rolle. Das ist allein seine Entscheidung.

Über so manchen seiner Beiträge kann man inhaltlich wie förmlich trefflich streiten. Aber das war einer der Hauptpunkte, wenn nicht DER Hauptpunkt, der seinen Blog so anders machte. Man wusste nie, was einen erwartet. Und man durfte jeden Tag ein neues Thema lesen, denn seine Intensität im Schreiben ist bemerkenswert. Natürlich hat er nicht jeden Tag das Rad des Fußballs neu erfunden, aber wer kann das schon? Es war einfach jeden Tag ne Viertelstunde wert, reinzuschauen und sich zu wundern, zu amüsieren oder sich zu fragen, was dieser Post eigentlich sollte. Und jetzt hat er einfach mir nichts dir nichts das letzte Mal was geschrieben.

Schade ist das insbesondere deshalb, weil Marcs Blog der erste war, den ich regelmäßig verfolgt habe und ich mich auch durch sein Geschreibsel dazu durchringen konnte, ebenfalls einen Blog über den BVB zu eröffnen. Insofern bin ich ihm dankbar, dass er mich dazu „anstiften“ konnte. Dankbar aber auch für viele seiner Beiträge. Oft waren sie sehr gut geschrieben und ich werde da noch viel lernen können.

Jedenfalls hat der BVB nun einen der besten Blogs weniger. Meiner bescheidenen Meinung nach stand Marc zusammen mit den Bichs, BVBoisseree und Any given Weekend an der Spitze. Von daher darf man ihm auch einen Blogeintrag widmen und vor allem darf man ihm zugestehen, das Ende seines Blogs im Forum zu schreiben. Das ist wohl nicht das, was man unter Spamming zu verstehen hat.

Machs gut Marc, auch wenn ich dich natürlich nie getroffen habe und dich auch nie treffen werde. Vielleicht überlegst dus dir ja nochmal. Man soll nie nie sagen.

Donnerstag, 9. Juni 2011

Feulner geht, aber Kader schon komplett?



Ja, die Sommerpause ist schon eine langweilige Zeit. Seit Tagen weiß ich nichts spektakulär Tolles zu schreiben. Könnte aber auch mit allerhand anderen Dingen zu tun haben, die mich zurzeit beschäftigen. Aber lassen wir das besser.

Eine Neuigkeit, oder besser gesagt, ein paar wenige Neuigkeiten haben mich dann doch aufgeschreckt und mich hier zum Schreiben animiert. So wechselt unser Markus Feulner zur neuen Saison zum Club. Zum richtigen Clubb mit einer richtigen Ablösesumme. Diese ist zwar mit nur 250.000 Talern nicht gerade üppig, aber immerhin kann der junge Mann damit von unserer Gehaltsliste gestrichen werden. Und das ist ja auch was wert, zumal sein Berater damals einen gut dotierten Vertrag ausgehandelt haben soll. Bevor ichs vergesse: Natürlich darf man ihm bei seinem neuen Arbeitgeber alles Gute dieser Erde wünschen. Schließlich hat er sich nichts zu schulden kommen lassen und keinen Ärger produziert ob seines Bankdrückerdaseins. Sonderlich positiv ist er allerdings auch nicht gerade aufgefallen. Eher so der Typ Mitläufer und daher völlig folgerichtig sein Wechsel zur neuen Saison.

Wobei das jetzt negativer klingt als es gemeint ist. Denn die Spieler Nummer 12-18 gehören eben auch zum Kader und sind dafür da, bei einer Verletzung in die Bresche zu springen und unter der Woche Druck auf die erste Elf aufzubauen. Das hat bei unserer Mannschaft scheinbar blendend funktioniert, haben doch grundsätzlich immer die selben Elf von Beginn an gespielt. Insofern dürfen meine Aussagen in kein zu schlechtes Licht gerückt werden.

Für ungleich größere Irritationen sorgte bei mir die Ankündigung von Watzke, die Transferaktivitäten seien mit den bisher getätigten Transfers abgeschlossen, es sei denn, es trete eine „Verletzungsproblematik“ ein. Bei den Neuzugängen dürfen wir jedenfalls bisher die Herren Leitner, Löwe, Perisic, Koch und Gündogan begrüßen.

Aber reicht das wirklich aus, um in der Champions League konkurrenzfähig mitspielen zu können? Nicht jeder No Name wird so einschlagen wie Kagawa. Zudem wird es mal wieder eine lange Saison mit gefühlten 37 englischen Wochen geben, in der auch Klopp mal rotieren muss. Ebenso kann man nicht erwarten, dass alle Jungs, die in dieser Saison über sich hinaus gewachsen sind, dies auch selbstverständlich in der nächsten so umsetzen werden. Gerade jungen Spielern muss man einfach auch mal ne Schwächeperiode zugestehen. Gerade hier könnte die (zu)junge Mischung in unserem Kader zum Problem werden. Bis auf Kehl, Weidenfeller und Owomoyela sind fast ausschließlich Jungspunde bei uns unterwegs. Ich hoffe, das rächt sich nicht, wenns in einigen Monaten um die Wurst gehen sollte.
Insgesamt sollte man daher darüber nachdenken, den einen oder anderen zu holen, der auch Erfahrung in der Champions League vorweisen kann. Dies würde den Konkurrenzkampf weiter anheizen und die jungen Spieler unter uns hätten jemanden, der die Linie vorgibt, wenns brenzlig wird. Ich erinnere mich da gerade an die Partien in Paris und Sevilla aus dem letzten Jahr. Vielleicht steht aber auch Susi am Spielfeldrand und erzählt von 1997. 

Dienstag, 24. Mai 2011

Total daneben



Die Feierlichkeiten bezüglich der 7. Deutschen Meisterschaft scheinen sich langsam dem Ende entgegen zu neigen. Und ich hab aus privaten Gründen quasi alles verpasst. Krankenhausbesuche, Geburtstagsfeierlichkeiten und ein toller Job machens möglich. Naja, wenigstens gabs dann das neue Meisterbuch. So als Erinnerung, was eigentlich die letzte Woche so alles geschehen ist. Viele Berichte habe ich natürlich auch gelesen. Aber erst im Nachhinein, weil ich erst jetzt so langsam begreife, was die Jungs da auf dem Rasen die letzten 12 Monate aufs Parkett gezaubert haben. Und wie sie sich selbst und uns belohnt haben.

Aber zurück zum Lesen. Über einen Bericht bin ich dann doch gestolpert. Es ging um den Platzsturm nach dem Frankfurt-Spiel. Und die chaotischen Fans, die ihn durchgeführt haben. Klar, spätestens nach den Vorkommnissen bei der Loveparade sollte man für Panik und Gedränge die nötige Sensibilität mitbringen. Und auch die Platzstürme bei den letzten Feierlichkeiten können hier nicht als Argument dienlich sein.

Doch man kann es auch übertreiben. Da wird sofort die Anti-Fan Keule rausgeholt. Von Unverbesserlichen ist im Bericht die Rede, die die Feier platzen ließen. Das geht eindeutig zu weit. Welche Feier ist denn da geplatzt? Und von welchen Idioten ist denn da die Rede? Die, die da den verdienten Meistertitel mit den Spielern feiern? Friedlich versteht sich.

Zu keinem Zeitpunkt war jemand ernsthaft in Gefahr. Die Gefahr entstand höchstens dadurch, dass die Ordner ihre Sperre nicht aufgeben wollten vor dem Hintergrund, dass der Druck von der Süd immer größer wurde. Dass dabei ein Ordner scheinbar niedergestreckt wurde, ist natürlich nicht zu legitimieren. Teilweise waren die entstandenen Probleme auf dem Rasen nach Spielende teilweise hausgemacht.

Eine große Gefahr bestand nach meinem Dafürhalten jedenfalls nicht. Auch wenn Einige durchgedreht und die Spieler „umgerannt“ hätten, wären genug Ordner und Polizei zum Einschreiten in der Nähe gewesen. Schließlich hätte man den Platzsturm durch geregeltes Öffnen der Tore regulieren und steuern können.

Stattdessen wollte man hier scheinbar auf Teufel komm raus ne Story über Gewalt haben. Gab es doch im Vornherein genug „Hoffnung“, dass es für die schreibende Zunft ala Bild ein großartiger Tag werden würde. Nur leider spielten da die Frankfurter, bis auf ein bisschen Pyro und dem alltäglichen Ärger mit den Grünen, nicht mit. Also sah man sich wohl auf der gelben Seite um. Und irgendwas musste doch zu finden sein. Und siehe da, dieser gemein gefährliche Platzsturm schien da gerade recht.
à Ironie aus.

Liebe Ruhrnachrichten: Ihr seid ein zumindest ordentliches Medium. Aber dieser Bericht war leider vollkommen neben der Spur. Wir Fans können nur hoffen, dass das ein Ausrutscher war. Kann ja mal passieren.

Samstag, 14. Mai 2011

Die vertane Chance



Seit Montag herrscht im widerlichen Medienwirrwarr endlich Klarheit darüber, was eigentlich schon seit Wochen festzustehen scheint. Nuris Wechsel zu den Galaktischen, zu Real Madrid! Und die Meinungen dazu scheinen weit auseinanderzugehen, wenn man sich die meinungsbildenden Webseiten in Dortmund und Umgebung anliest. Hin und hergerissen habe ich diese Woche verbracht, seitdem ich Montag um 12.30 Uhr den Ticker verfolgt habe. Auf der einen Seite Nuris Worte, die sich anhören wie bei jedem anderen Profi, der einen Vereinswechsel bekannt gibt und ein Pfeifkonzert vermeiden will. Auf der anderen Seite ist er ein Dortmunder Junge, einer von uns, der die (vermeintlich) einmalige Chance erhält, bei einem ganz großen Club unsere Fahne hochzuhalten.

Übrig bleibt jedenfalls eine gewisse Ernüchterung, dass dieses Team doch nicht in Gänze zusammenbleibt und dass der angebliche Schwur innerhalb der Mannschaft eben doch nicht die Gesetzmäßigkeiten des Fußballgeschäfts auszuhebeln imstande ist. Bis Montag Mittag wollte ich nicht wahrhaben, dass unser Junge nach so einer Saison einfach geht, uns den Rücken zuwendet. Was in seinem Herz ist, sei mal dahingestellt. Und dann, nachdem der Ticker wieder funktionierte, die trockene Wahrheit. Es war wohl meiner Naivität geschuldet, anzunehmen, dass sich Nuri für einen so großen und glanzvollen Club entscheidet. Und stattdessen zu Real geht. Die fixe Ablöse im Vertrag hat sich hier als Gold wert im wahrsten Sinne des Wortes herausgestellt.

Und es ist so schade. Ob Nuri weiß, was er hier für eine Chance verspielt? Er hätte hier zur Legende werden können, als Kapitän so eine Mannschaft wie diese in die Champions League zu begleiten, sie als Spielführer in die ganz großen Stadien Europas zu führen. Er hätte, wie viele andere es noch werden, Geschichte schreiben können. Jeder hätte sich in 50 Jahren noch an ihn erinnert in Dortmund. In einer Liga mit den ganz großen im Ballspielverein. Ob Nuri weiß, was er sich damit nimmt? Reich ist er schon, ums Geld kanns nicht mehr gehen. Aber diese Ehre und dieser Ruhm ist viel mehr wert. Einfach deshalb, weil solche Werte mit Geld nicht aufzuwiegen sind. In Madrid wird er nur einer von vielen sein. Ein kleines Rad in der Historie. Hier beim BVB hätte er das ganz große Rad drehen können, nur 6 Jahre nach der Fast-Pleite. Aber das hat ihm sein Spielerberater wohl nicht erzählt. Nun ja, was solls.

Zu hoffen bleibt nur, dass er diesen Schritt nicht bereut. In ein paar Jahren hätte er immer noch diesen Schritt machen können, zu einem der ganz großen zu gehen. Niemand hätte was gesagt. Spätestens 2014 wird diese Mannschaft eh ein ganz anderes Gesicht haben. So bleibt zumindest ein fader Beigeschmack. Denn in dieser Zeit solch eine scheißgeile Truppe zu verlassen, das muss man nicht verstehen. Und das dann noch so kurz vor dem letzten Spieltag bekannt zu geben, das kann einem schon mal die Laune verderben. Denn dieser Weggang ist schon geeignet, mehr als der berühmte Wermutstropfen zu sein. Zumindest bei mir will sich das absolute Partyfeeling nicht so recht einstellen. Ein anderer Zeitpunkt, nämlich etwas früher, wäre durchaus angebracht gewesen.

Trotzdem würde ich niemals pfeifen, wenn ich für Samstag ne Karte bekommen hätte und live im Stadion dabei sein könnte. Denn das hat er nicht verdient. Er hat uns mit seinem Spiel viele tolle und unvergessliche Momente beschert. Er hatte großen, in einer über sich hinauswachsenden Mannschaft überdurchschnittlichen Anteil am Erfolg, am Gewinn der deutschen Meisterschaft. Das darf man einfach nicht vergessen. Und Vertrag ist nun mal Vertrag. Es ist kein erzwungener Wechsel. Auch das sollte man beachten.

Wenn ich im Stadion wäre, ich würde für Dede sicher mehr als nur eine Träne verdrücken. Für Nuri würde ich einfach brav und anstandshalber applaudieren.